Wissen

Die Unternehmenswebsite im KI-Zeitalter: Was ein Relaunch heute leisten muss

Schnell, mobil, barrierefrei, datensparsam – und verständlich für Menschen wie für KI-Antwortmaschinen. Worauf es beim Website-Relaunch 2026 wirklich ankommt.

Viele Unternehmenswebsites sind vor etlichen Jahren entstanden. Sie sehen oft noch ordentlich aus, doch das Umfeld hat sich grundlegend verändert: Kundinnen und Kunden suchen nicht mehr nur über Google, sondern stellen ihre Fragen zunehmend direkt an ChatGPT, Perplexity oder die AI Overviews in der Google-Suche. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Tempo, mobile Bedienbarkeit, Barrierefreiheit und Datenschutz. Wer 2026 einen Relaunch plant, sollte deshalb nicht nur über ein neues Design sprechen. Mindestens ebenso wichtig sind die folgenden acht Punkte.

1. Tempo: Core Web Vitals ernst nehmen

Eine langsame Website kostet Anfragen – Menschen springen ab, bevor die Seite überhaupt fertig geladen ist. Google beschreibt die Nutzererfahrung einer Seite mit den Core Web Vitals; sie fließen in die Bewertung der Seitenerfahrung ein. Als „gut“ gilt eine Seite, wenn mindestens 75 Prozent der Aufrufe diese Schwellenwerte einhalten:

  • Largest Contentful Paint (LCP): Der größte sichtbare Inhalt ist nach höchstens 2,5 Sekunden geladen.
  • Interaction to Next Paint (INP): Die Seite reagiert in höchstens 200 Millisekunden auf Klicks und Eingaben.
  • Cumulative Layout Shift (CLS): Inhalte verrutschen beim Laden kaum – der Wert liegt bei höchstens 0,1.

Erreichen lässt sich das mit schlanken Seiten, optimierten Bildern, lokal eingebundenen Schriften und möglichst wenigen Fremd-Skripten. Statisch ausgelieferte Seiten, wie wir sie etwa mit Next.js bauen, sind hier klar im Vorteil.

2. Mobile first – und zwar wirklich

Bei vielen Websites kommt heute der Großteil der Besuche vom Smartphone, und Google bewertet Websites grundsätzlich anhand ihrer mobilen Version. „Mobile first“ heißt deshalb nicht, die Desktop-Seite schmaler zu machen, sondern vom kleinen Bildschirm aus zu denken: kurze Wege zur Kontaktaufnahme, gut lesbare Schrift, ausreichend große Schaltflächen und Formulare, die sich bequem mit dem Daumen bedienen lassen.

3. Klare Inhalte für Menschen und KI-Antwortmaschinen

KI-Assistenten beantworten Fragen, indem sie Inhalte aus dem Web lesen, zusammenfassen und im besten Fall verlinken. Ob Ihr Unternehmen dabei genannt wird, lässt sich nicht erzwingen – aber Sie können es KI-Systemen leicht machen, Ihr Angebot korrekt zu verstehen. Das Gute daran: Fast alles, was dafür hilft, hilft auch Ihren menschlichen Besucherinnen und Besuchern.

  • Klare Fakten an gut auffindbarer Stelle: wer Sie sind, was Sie anbieten, für wen, wo und wie man Sie erreicht.
  • Eine eigene Seite pro Leistung mit aussagekräftigen Überschriften statt einer Sammelseite für alles.
  • Strukturierte Daten nach schema.org, etwa für Organisation, Leistungen, Artikel und häufige Fragen.
  • FAQ-Abschnitte, die echte Kundenfragen in wenigen Sätzen direkt beantworten.
  • Eine llms.txt-Datei, die KI-Systemen eine kompakte Übersicht über Ihre wichtigsten Inhalte bietet.

Der llms.txt-Vorschlag ist noch jung; ob und wie einzelne KI-Anbieter die Datei auswerten, ist offen. Der Aufwand ist aber gering, und sie zwingt zu einer nützlichen Übung: das eigene Angebot in wenigen klaren Sätzen zu beschreiben. Diese Website stellt übrigens selbst eine llms.txt bereit.

4. Mehrsprachigkeit sauber umsetzen

Wer Kundschaft in Österreich, Deutschland und international anspricht, braucht mehr als einen Übersetzungsknopf. Jede Sprachversion sollte eine eigene URL haben, idealerweise mit übersetzten Pfaden; hreflang-Angaben zeigen Suchmaschinen, welche Seiten zusammengehören, und eine x-default-Angabe legt die Standardversion fest. Ebenso wichtig: Inhalte werden nicht bloß übersetzt, sondern für den jeweiligen Markt formuliert – inklusive der Begriffe, nach denen dort tatsächlich gesucht wird.

5. Barrierefreiheit: seit Juni 2025 mit neuen Pflichten

Mit dem European Accessibility Act hat die EU Barrierefreiheitsanforderungen für bestimmte Produkte und Dienstleistungen festgelegt. In Österreich setzt das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) diese Vorgaben um; es gilt seit 28. Juni 2025. Erfasst sind unter anderem Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr – also etwa Online-Shops oder Buchungsstrecken, über die Verbraucherinnen und Verbraucher Verträge abschließen. Für Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen, gelten Ausnahmen.

Ob und in welchem Umfang Ihre Website betroffen ist, hängt vom Einzelfall ab und sollte rechtlich geprüft werden – dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Unabhängig davon lohnt sich Barrierefreiheit immer: gute Kontraste, eine logische Überschriftenstruktur, Alternativtexte, vollständige Tastaturbedienung und verständliche Formulare helfen allen Menschen und auch Suchmaschinen. Als technischer Maßstab haben sich die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) auf Stufe AA etabliert.

Cookie-Banner sind lästig, und viele Besucherinnen und Besucher klicken sie reflexartig weg. Dabei sind sie vor allem dann nötig, wenn eine Website Informationen auf dem Gerät speichert oder ausliest, die für ihren Betrieb nicht unbedingt erforderlich sind – typischerweise für Tracking, Werbung oder eingebettete Dienste von Drittanbietern. Wer darauf verzichtet, braucht in der Regel keine Einwilligung und damit auch kein Banner.

  • Schriften lokal einbinden, statt sie von fremden Servern zu laden.
  • Karten und Videos erst nach einem Klick nachladen.
  • Statistik, wenn überhaupt nötig, cookielos und datensparsam umsetzen.
  • Formulare und Kontaktwege auf die Daten beschränken, die Sie wirklich brauchen.

Diese Website kommt zum Beispiel ganz ohne Cookies und Tracking aus – und damit ohne Banner. Impressum und Datenschutzerklärung brauchen Sie natürlich trotzdem.

7. Sicherheit und Wartung von Anfang an mitplanen

Eine Website ist kein einmaliges Projekt, sondern ein System, das gepflegt werden will. Dazu gehören HTTPS, aktuelle Software, regelmäßige Backups, sinnvolle Sicherheits-Header und ein Monitoring, das Ausfälle bemerkt, bevor es Ihre Kundschaft tut. Je weniger Plugins, Datenbanken und bewegliche Teile eine Website hat, desto kleiner ist ihre Angriffsfläche. Klären Sie deshalb schon beim Relaunch, wer sich danach um Hosting und Wartung kümmert.

8. Die Website mit KI verbinden

Der größte Unterschied zu früher: Eine Website kann heute aktiv mitarbeiten. Ein Wissensassistent beantwortet Fragen auf Basis Ihrer eigenen Inhalte und nennt die Quelle. Anfragen aus dem Kontaktformular werden automatisch zusammengefasst, eingeordnet und samt Antwortentwurf ins CRM übernommen. Eine intelligente Suche versteht, was gemeint ist, auch wenn die Begriffe nicht exakt passen. Wichtig ist, dass solche Funktionen einen klaren Nutzen haben, transparent gekennzeichnet sind und kritische Schritte von Menschen freigegeben werden. Wie das konkret aussieht, zeigen wir auf unserer Seite zur KI-Integration in Websites und Software.

Checkliste für Ihren Relaunch

  1. Ziele festlegen: Welche Anfragen, Verkäufe oder Bewerbungen soll die Website bringen?
  2. Inhalte prüfen: Was bleibt, was fällt weg, was fehlt – und welche Fragen stellen Ihre Kundinnen und Kunden wirklich?
  3. Bestehende URLs erfassen und Weiterleitungen planen, damit Rankings und Verlinkungen erhalten bleiben.
  4. Technik wählen, die schnell, sicher und gut wartbar ist.
  5. Barrierefreiheit, Datenschutz und Mehrsprachigkeit von Beginn an einplanen.
  6. Strukturierte Daten, FAQ und llms.txt vorbereiten.
  7. Festlegen, wer Hosting, Updates und Weiterentwicklung übernimmt.
  8. Prüfen, wo KI-Funktionen echten Nutzen bringen – und mit einer davon beginnen.

Fazit

Ein Relaunch im Jahr 2026 ist mehr als ein neues Design. Eine gute Unternehmenswebsite ist schnell, fürs Smartphone optimiert, barrierefrei und datensparsam, sie erklärt Ihr Angebot klar – für Menschen wie für KI-Systeme – und lässt sich mit Ihren Abläufen verbinden. Genau so bauen wir Websites: Webdesign und Technik aus einer Hand, mit KI dort, wo sie wirklich hilft. Sie planen einen Relaunch? Sprechen Sie uns an – das Erstgespräch ist kostenlos.

Wissen

Klar erklärt: Web, KI & MCP

Bereit für Ihr nächstes Projekt?

Ob neue Website, individuelle Software oder erste KI-Automatisierung: Im kostenlosen Erstgespräch klären wir in rund 30 Minuten, was Sie brauchen und wie ein sinnvoller erster Schritt aussieht.